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Malteser Mannheim

Malteser Migranten Medizin in der Neckarstadt bangt um Fortsetzung der Arbeit / Schirmherr Dekan Karl Jung zu Besuch / Ärzte warnen vor finanziellem Engpass

Der Mannheimer Morgen berichtet in der Ausgabe vom 21.06.2017 über die Arbeit der Malteser Migrantenmedizin Mannheim Der Artikel ist untenstehend vollständig wiedergegeben.

21.06.2017

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 21.06.2017 

 

478 Patienten aus 44 Nationen und 1554 Behandlungen:  Die Bilanz der Malteser Migranten Medizin (MMM) in der Neckarstadt-West liest sich nach drei Jahren beeindruckend.  Doch finanzielle Sorgen und ein fehlender Dolmetscher machen den hier tätigen Ärzte und Schwestern Kummer.  "Die finanziellen Mittel reichen nur noch bis Ende 2017", sagt Sabine Würth, Diözesan-Geschäftsführerin der Malteser Hilfsdienstes Freiburg.

In der Einrichtung in der Zehntstraße erhalten Menschen ohne Krankenversicherung eine kostenlose, medizinische Erst- und Basisversorgung bei Erkrankung, Verletzung oder Schwangerschaft.  "Sie haben hier wirklich etwas Wichtiges und Wertvolles aufgebaut", sagte jetzt Dekan Karl Jung, Schirmherr der MMM in Mannheim, bei einem Besuch in den Räumlichkeiten. 

Ein ehrenamtlich arbeitendes Team - bestehend aus einem Internisten, einer Allgemeinmedizinerin, zwei Gynäkologinnen, einer Kinderärztin, einem Kinderarzt, vier Krankenschwestern und einem Krankenpfleger - kümmert sich um die Patienten.  2016 lag der Durchschnitt pro Sprechstunde bei 16 Patienten.  Die meisten von ihnen stammen aus den neuen EU-Mitgliedsländern.

Dolmetscher gesucht

Der Mannheimer MMM allerdings fehlt allerdings Geld für einen Dolmetscher für Bulgarisch und Türkisch.  Es sei keine gute Situation, wenn die Gespräche nur mit Hilfe anderer Patienten oder mit den Kindern der zu behandelnden Person geführt werden können, sagt die organisatorische Leiterin Daniela Carrara.  "Die Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Schweigepflicht sehen anders aus", ergänzt die Frauenärztin Meryl "Billee" Manigault.  Ideal sei eine bulgarisch und türkisch sprechende Krankenschwester, die sich ehrenamtlich engagiere.

Finanziell unterstützt wird die Mannheimer Einrichtung von der Erzdiözese Freiburg, der Glücksspirale, der Heinrich-Vetter-Stiftung sowie von Firmen und Einzelspendern vor Ort.  Doch die Mittel liefen Ende 2017 aus.  "Es geht jetzt darum, weitere Unterstützer ins Boot zu holen, damit die Arbeit für diese Menschen weitergehen kann", sagte Jung. 

Die erste Malteser Migranten Medizin entstand 2001 in Berlin. Mittlerweile gibt es bundesweit 18 Einrichtungen, Mannheim ist eine der größten.  stp


 

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